Die Fabrik, bekannt als Landeron, hat ihren Ursprung im Familienunternehmen Hahn. Die Brüder Charles-Alfred Hahn und Aimé-Auguste Hahn begannen ihre Tätigkeit im 19. Jahrhundert und eröffneten eine Rohwerkefabrik in Landeron (Kanton Neuenburg). Je nach Quelle wird die Gründung auf 1873 (*Charles Hahn & Cie*) oder 1875 (*Hahn Frères*) datiert. Nach dem Tod von Charles-Alfred (1875/76) übernahm sein Sohn Charles Hahn die Leitung, und 1898 wurde die Firma in Charles Hahn & Cie umbenannt.
Ende des 19. Jahrhunderts fertigte die Firma einfache und komplizierte Uhrwerke und erhielt zahlreiche Auszeichnungen (Paris 1878, 1900; La Chaux-de-Fonds 1881; Genf 1896). Ab den 1910er-Jahren sprachen Öffentlichkeit und Presse zunehmend einfach von „Landeron“. Spätestens ab 1923 stellte das Unternehmen Chronographen her.
1924 nutzte Landeron/Charles Hahn Breitling-Patente im Bereich Chronographen. Damit wurde die Fabrik zu einem der wichtigsten Schweizer Lieferanten von Schaltrad-Chronographen (Kal. 11/13, später Kal. 39/42/52) für zahlreiche Marken und militärische Zwecke, bis diese Patente in den 1930er-Jahren ausliefen.
1925 fusionierte Charles Hahn & Cie mit der Fabrique d’Horlogerie de Fontainemelon (FHF) und wurde zur „Filiale Landeron“. Ein Jahr später war FHF/Landeron Gründungsmitglied von Ebauches SA (später ESA, dann ETA), einer Organisation zur Koordination und Stabilisierung der Schweizer Rohwerkeindustrie.
1937 entwickelte Landeron den ersten seriengefertigten Chronographen mit Nockenschaltung: das Kal. 47 (3 Drücker), bald darauf vereinfacht zum Kal. 48 (2 Drücker). 1939 wurde das System auf den Namen von Charles Hahn und Marcel Dépraz patentiert. Diese Nockenschaltung ersetzte das Schaltrad und ermöglichte eine kostengünstigere Produktion bei hoher Zuverlässigkeit.
Die Bedienung unterscheidet sich: Bei der Serie 48/148 startet der Drücker bei 2 Uhr, während der bei 4 Uhr Stop und Rückstellung ausführt.
Die Landeron-48-Familie (sowie die Derivate 51/54/56/58/148/149/152/153/154/187/189/248 usw.) dominierte die Nachkriegszeit: über 3,5 Millionen Stück wurden von den späten 1930er- bis 1970er-Jahren produziert. Sie fanden Verwendung bei Heuer-Leonidas, Baume & Mercier, Edox, Favre-Leuba, Glycine, Helvetia, Nivada, Titus, Zodiac u. a.
1961 brachte Landeron das erste Schweizer Elektro-Uhrwerk auf den Markt: das Kal. 4750 (gefolgt vom 4751), mit elektrisch angetriebenem Unruhrad. Es fand auch in Tisch- und Bürouhren Verwendung.
Ende der 1960er-Jahre führte der Aufstieg des Quarzwerks zum Niedergang vieler Rohwerkehersteller. Landerons mechanische Chronographenfamilien endeten um 1970; die Filiale wurde auf Ebauches Electronics-Projekte ausgerichtet und stellte ihre Tätigkeit um 1983 ein. Der Name Landeron bleibt jedoch untrennbar mit der Industrialisierung und Demokratisierung des Chronographen verbunden.
Im 21. Jahrhundert wurde der Name Landeron Swiss Movements wiederbelebt, mit dem Ziel, die Produktion unter der historischen Bezeichnung neu aufzubauen — mit angekündigten Standorten in der Schweiz (La Chaux-de-Fonds, Kaiseraugst).