1860–1880 — Chronographen mit Säulenrad
- Audemars
- Capt
- Meylan
Gegründet 1833 in Le Sentier von Antoine LeCoultre, entstand das Unternehmen aus einem Geist der Innovation und Präzision. Bereits mit dreißig Jahren erfand Antoine das Millionomètre (1844), das erste Instrument, das den Mikrometer messen konnte, und den Schlüsselaufzug mit Drücker (1847), der den Gebrauch des Aufzugsschlüssels überflüssig machte. Diese Erfindungen stellten LeCoultre ins Zentrum der industriellen Revolution im Vallée de Joux.
Ab den 1860er-Jahren ging die Werkstatt über einfache Rohwerke hinaus und konzentrierte sich auf hochkomplexe Uhrwerke. Minutenrepetitionen, Kalender, Chronographen und Schleppzeiger-Chronographen entstanden in Le Sentier. Zwischen 1860 und 1900 wurden mehr als 350 verschiedene Kaliber entwickelt, fast die Hälfte davon mit Komplikationen.
Renommierte Häuser wie Audemars Piguet, Vacheron Constantin und Patek Philippe statteten ihre Uhren mit Werken von LeCoultre aus. Die Manufaktur im Vallée de Joux etablierte sich als diskrete Werkstatt der Haute Horlogerie, insbesondere für Chronographen.
Unter Jacques-David LeCoultre (1875–1948) setzte das Unternehmen auf die vollständig integrierte Produktion unter einem Dach und wurde so zu einer echten Manufaktur. Die Begegnung mit Edmond Jaeger in Paris im Jahr 1903 führte zu einer entscheidenden Zusammenarbeit, aus der im Laufe der Jahrzehnte Jaeger-LeCoultre hervorging.
Auch wenn das 20. Jahrhundert Ikonen wie die Reverso (1931) und die Memovox (1950) hervorbrachte, ist es vor allem das frühe Erbe, das dem Haus den Beinamen „Grande Maison“ einbrachte: ein einzigartiges Know-how in der Entwicklung von komplizierten Werken und Referenz-Chronographen, die jahrzehntelang an die Elite der Uhrmacherei geliefert wurden.
Noch immer in Le Sentier ansässig, pflegt die Manufaktur diesen Gründungsgeist: ein Ort, an dem Innovation und Präzision die anspruchsvollsten Komplikationen zum Leben erwecken.