| Manufacture | Longines | |
| Société | Ernest Francillon | |
| Lieu | Saint Imier | |
| Calibre | 30 CH | |
| Diamètre | 29.80 mm | |
| Hauteur | 6.20 mm | |
| Epoque | 1947 | |
| Angle de levée | ||
| Fréquence | 18'000 | |
| Rubis | 18 |
Das in den 1940er-Jahren von der Manufaktur Longines in Saint-Imier entwickelte Kaliber 30 CH entstand in einer besonders innovativen Phase der Armbandchronographen. Als vollständig im eigenen Haus konzipiertes Werk zeugt es vom Anspruch der Marke, sämtliche technischen Aspekte der Kurzzeitmessung zu beherrschen.
Dieses Chronographenwerk mit Schaltrad, einer klassischen Konstruktion hochwertiger Zeitmesser, zeichnet sich durch eine zuverlässige, ausgewogene und langlebige Architektur aus, die für den professionellen Einsatz ausgelegt ist.
Am 12. Juni 1935 meldete Longines ein Patent für einen Chronographenmechanismus an, der eine sofortige Nullstellung und einen direkten Neustart mit nur einem Drücker ermöglicht. Das Patent wurde am 31. März 1936 registriert und am 16. Juni desselben Jahres veröffentlicht.
Dieses System, heute als Flyback-Funktion bekannt, stellt einen wesentlichen Fortschritt in der Nutzung von Armbandchronographen dar. Es erlaubt, die Zeiger ohne vorheriges Anhalten des Mechanismus auf null zurückzustellen und unmittelbar eine neue Messung zu starten.
Ursprünglich für die Anforderungen der Luftfahrt entwickelt, verbessert dieses Prinzip die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit aufeinanderfolgender Messungen erheblich. Das Kaliber 30 CH steht in direktem Zusammenhang mit dieser technischen Entwicklung und gehört zu den frühen Werken, die diese aus dem Longines-Patent hervorgegangene Funktion integrieren.
Im Gegensatz zu klassischen Chronographen, die drei getrennte Schritte erfordern (Stoppen, Nullstellen, Neustarten), vereinfacht die Flyback-Funktion die Bedienung erheblich. Ein einziger Druck genügt, um eine neue Zeitmessung zu beginnen – ohne Zeitverlust und ohne Fehlerrisiko.
Diese Funktion setzt eine spezifische mechanische Konstruktion voraus, insbesondere im Zusammenspiel von Rückstellhämmern, Herzscheiben und Steuerorganen.
Mit einem Durchmesser von etwa 29,80 mm und einer Frequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde weist das Kaliber 30 CH ausgewogene Proportionen und eine solide Bauweise auf.
Seine Architektur macht das Schaltrad sowie den gesamten Chronographenmechanismus gut sichtbar. Ausgestattet mit einem 30-Minuten-Zähler und einer kleinen Sekunde entspricht es vollständig den technischen Standards seiner Zeit.
Heute sind Chronographen mit dem Kaliber 30 CH bei Sammlern besonders begehrt. Sie stehen nicht nur für ein hohes Qualitätsniveau, sondern auch für einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Armbandchronographen.
Durch seine enge Verbindung mit dem Flyback-Patent von Longines aus der Mitte der 1930er-Jahre veranschaulicht dieses Werk eine Epoche, in der Innovation aus konkreten technischen Anforderungen heraus entstand, in einem sich rasch wandelnden industriellen Umfeld.