Collection Christian Etienne

Geschichte der Marke Eberhard

Geschichte der Marke Eberhard

Eberhard & Co. — eine (sehr) chronographische Geschichte

Eberhard & Co. — eine (sehr) chronographische Geschichte

Ursprünge: Eberhard & Rosselet (1887)

Die Firma wurde 1887 in La Chaux-de-Fonds unter dem Namen Eberhard et Rosselet gegründet, von Georges-Lucien Eberhard (aus Jegenstorf, BE) und Henri Rosselet (aus Douanne/Twann). 1892 wurde die Firma zu Eberhard & Co., und 1906 zog sie in die spektakuläre Maison de l’Aigle (Avenue Léopold-Robert 73), gekrönt von einem Adler und mit Werkstätten und Wohnräumen unter einem Dach.

Die entscheidende Wende: die ersten Chronographen (1919–1939)

  • 1919: Eberhard bringt einen der allerersten Ein-Drücker-Armbandchronographen auf den Markt.
  • 1935: Einführung eines Doppel-Drückers mit ungewöhnlicher Funktion (Start/Stopp ohne Nullstellung).
  • 1938: erster Stundenzähler bei einem Armband-Chronographen der Marke.
  • 1939: ausgereifter Schleppzeiger-Chronograph.

Diese Meilensteine prägten die technische DNA von Eberhard und erklären seine Beliebtheit bei Offizieren – insbesondere in Italien – in den 1930er-Jahren.

Extra-Fort: die Sprache Eberhard (1940er–1960er)

Der Name Extra-Fort erschien Anfang der 1940er-Jahre und wurde zum Markenzeichen der großen Chronographen des Hauses. „Pre-Extra-Fort“ und Extra-Fort-Modelle erkennt man an der Schiebeklinke auf der rechten Gehäuseseite (zum Sperren/Pausieren des Chronographen) – eine sehr typische Eberhard-Idee, um Fehlbedienungen zu vermeiden.

Werke:

  • Kaliber 16000 (16 Linien): auf Valjoux basierende Architektur, seit den 1930er-Jahren für Eberhard entwickelt; weit verbreitet in „Pre-Extra-Fort“-Modellen.
  • Kaliber 14000: ab 1951 breit eingesetzt im Extra-Fort, oft mit der berühmten Schiebesperre kombiniert.

Hinweis: Einige Händler bezeichnen das 14000 als „in-house“, doch Fachliteratur betont, dass Eberhards erstes echtes modernes Manufakturkaliber viel später erschien – nämlich 2019 mit dem EB 140.

1600 vs 16000 — nah, aber verschieden

Das Kaliber 1600 (ohne die beiden Nullen) ist mit den Schleppzeiger-Chronographen der späten 1930er verbunden und gilt als eine modifizierte Valjoux 65; das 16000 war dagegen ein weiteres großes 16-Linien-Werk jener Zeit. Beide Bezeichnungen tauchen manchmal parallel in Auktionen auf, was die Verwirrung erklärt.

Weitere Vintage-Säulen

  • Scafograf (1959): die Taucheruhren-Familie, die die 1960er prägte.
  • Contograf (Mitte der 1960er): Zwei-Register-Chronograph mit stark sportlicher Identität, 2014 neu interpretiert.

Von der Krise zur Wiedergeburt (1978–heute)

Nach einem Umzug nach Biel/Bienne (1978) kehrte die Marke 2018 in ihre Maison de l’Aigle zurück und eröffnete 2019 ihr Museum – der Adler erhielt seine Kuppel zurück.

  • Tazio Nuvolari (1992) feierte den Motorsport,
  • Chrono 4 (2001) ordnete vier Zähler horizontal an – eine patentierte Lösung, die zur modernen Ikone von Eberhard wurde,
  • 2019 stellte das Haus EB 140 vor, sein erstes modernes Manufakturkaliber.

Hauptquellen

Réalisation : NoPixel

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