Collection Christian Etienne

Geschichte der Marke Le Phare

Le Phare (Manufaktur in Le Locle)

Le Phare (Manufaktur in Le Locle)

Im Jahr 1867 ging Charles Barbezat-Baillot eine Partnerschaft mit Henry Guye ein unter der Firmenbezeichnung „Guye & Barbezat“, in der Rue de la Côte.

Produziert wurden Komplikationsuhren, Chronometer, Chronographen und Repetitionsuhren.

Henry Guye verstarb 1877. Daraufhin wurde die Firma in „C. Barbezat-Baillot“ umbenannt und die Manufaktur hieß „La Locloise“.

1889 wurde ein Patent für einen Regulator für Repetitionsuhren angemeldet, das das Unternehmen berühmt machte, da dieses System deutlich leiser war als das der Konkurrenz.

Das Unternehmen registrierte zudem mehrere Marken: „La Locloise“, „L’Espérento“ (1900), „Tempora“, „Le Phare“ (1897) und „Volapük“ (1900).

Dank vereinfachter Kaliber und hoher Stückzahlen erlebte die Firma eine bemerkenswerte Blütezeit.

1896 gewann das Unternehmen die Goldmedaille auf der Nationalausstellung in Genf. Im selben Jahr meldete Barbezat-Baillot die Marke „Mignonette“ für Damen-Repetitionsuhren an.

1900 erhielt die Firma den „Grand Prix“ auf der Weltausstellung in Paris und 1906 erneut auf der Internationalen Ausstellung in Mailand.

Um 1903 nahm sie den Namen „Manufacture d’Horlogerie Le Phare“ an.

1910 entwickelte der Firmeningenieur Perrenoud-Jacot eine Methode zur Herstellung präziserer automatischer Maschinen für die Fertigung von Uhrwerksteilen. Diese wurden unter dem Namen „Dixi“ im eigenen Haus gebaut. Durch diese eigenständige Maschinenproduktion wurden Uhren günstiger und auch weniger privilegierte Kunden konnten sich Repetitionsuhren leisten.

1914 wurden beide Unternehmen von Georges Perrenoud fils übernommen, dem Inhaber der gleichnamigen Hemmungsfabrik. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Firma von der Bundesmilitärverwaltung requiriert und in eine Hosenfabrik für das Militär umgewandelt. Dies verärgerte Barbezat-Baillot so sehr, dass er 1915 seine Uhrenmanufaktur an Zenith verkaufte. Der neue Eigentümer änderte die Produktionsausrichtung nicht.

Unter Zenith produzierte das Unternehmen Chronographen mit und ohne Flyback-Funktion, medizinische Uhren (zur Pulsmessung), Tachymeter, Produktionszähler sowie Repetitionsuhren in Standard- und Chronometerqualität und 8-Tage-Werke. Es wurden auch Kalenderuhren gefertigt. Parallel dazu hatte „Dixi“ großen Erfolg im Markt für Werkstattausrüstung.

1920 setzte das Unternehmen die Fertigung von Chronographen und Repetitionsuhren fort.

Weitere Hersteller kauften Werke oder Ebauches für ihre eigenen Marken, darunter Audemars Frères, Zenith, Movado, Henri Sandoz, Armand Nicolet, Vulcain und Angelus.

1922 verkaufte Zenith „Le Phare“, das wieder unabhängig wurde. Danach erfolgte ein Standortwechsel, um größere Räumlichkeiten zu nutzen: Das Unternehmen zog nach La Chaux-de-Fonds und firmierte als „Nouvelles Fabriques Le Phare SA, La Chaux-de-Fonds“. „Dixi“ blieb in Le Locle als Hersteller von Präzisionsmaschinen.

1949 war die Firma auf der Basler Messe vertreten. Sie produzierte und entwickelte Chronographen und Repetitions-Armbanduhren sowie Sport-Chronometer und wurde zum zweitgrößten Hersteller dieses Segments. Die Marke blieb jedoch weithin unbekannt, da die Uhren überwiegend unter Fremdmarken („Private Label“) verkauft wurden. Das Sortiment wurde um Armbanduhren mit Kalender – mit und ohne Mondphase, mit und ohne Automatik – sowie um wasserdichte Modelle erweitert. Neue Marken wurden eingeführt: „Alikor“ und „Maple“.

1974 wurde das Unternehmen in „Le Phare – Sultana SA“ umbenannt. Zu dieser Zeit brach der Markt für mechanische Chronographen infolge der Quarzkrise ein. Das Unternehmen überlebte durch exklusive, innovative Modelle unter der Marke „Jean d’Eve“. Zu den Kreationen zählten „Spinnacker“ (Armband aus echtem Schiffskabel), „Blue Marlin“ (Kardansuspension), „Upside Down“ (in das Gehäuse integrierte Schließe), „Aéroport“ (fünf Zeitzonen), „Sectora“ (Sektoranzeige der Zeit über 130°) und „Quarta“. Besonders raffiniert war die „Samara“: ein Autoquarz-System mit Akku anstelle einer Batterie.

Heute gehört das Unternehmen zu „Renley Watch Mfg. Co. Ltd., Hongkong“.

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Geschichte der Marke Le Phare

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