Collection Christian Etienne

Geschichte der Marke Excelsior Park

Geschichte Excelsior Park

1927

Geschichte Excelsior Park

Excelsior Park / Jeanneret-Brehm, Saint-Imier

Excelsior Park / Jeanneret-Brehm, Saint-Imier

Spezialisten für Sport-Stoppuhren und Chronographen

Ursprünge (1866–1900)

Gegründet in Saint-Imier innerhalb der Uhrmacher-Dynastie Jeanneret, entwickelte die „Usine du Parc“ ab dem späten 19. Jahrhundert Ankeruhren, Chronographen und Sport-Stoppuhren. Um 1890–1891 meldete das Haus Patente für 30-Minuten-Chronographen an und nutzte sie – Grundlage des Rufs und Vorläufer der späteren Marke Excelsior.

Von Jeanneret-Brehm zu Excelsior Park (1901–1920)

Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm Henri Jeanneret-Brehm die Leitung. Das Angebot wurde strukturiert: Excelsior für Zähler/Stoppuhren, andere Familienbezeichnungen für komplizierte Uhren. Spätestens im Ersten Weltkrieg setzte sich die Identität Excelsior Park in Kommunikation und Export durch.

Die Welt der „Sport-Stoppuhr“ (1900er–1930er)

Excelsior Park spezialisierte sich auf Kurzzeit-Instrumente: 30-Minuten-Zähler, Dezimal/zentisimale Skalen, Schleppzeiger-Versionen für Sport, Industrie und Labor. Zifferblätter trugen früh die Signatur „Excelsior Park“, die technische Ästhetik festigte sich: deutliche Ablesbarkeit, kontrastreiche Zeiger, präzise Skalen.

Kaliber und Handwerkskunst

Mechanisch wurden JB- (Jeanneret-Brehm) und EP-Kaliber zu Referenzen. Für Zähler: großformatige Schleppzeiger-Instrumente, teils für Wettbewerbe. Fürs Handgelenk: die Familien EP/JB 42, EP/JB 4 sowie EP 40 (und Ableitungen) — robuste Säulenrad-Chronographen, unter eigenem Namen oder als Lieferant für andere Marken.

Partnerschaften und Verbreitung

Neben der Eigenmarke lieferte Excelsior Park Rohwerke und Kaliber an bedeutende Schweizer Hersteller, darunter Gallet, Zenith und Girard-Perregaux. Dadurch verbreitete sich das Know-how aus Saint-Imier international.

Blütezeit und wichtige Stücke (1940er–1960er)

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Haus ein zentraler Akteur beim Armband-Chronographen und bewahrte gleichzeitig seine „Sport & Wissenschaft“-Identität bei den Instrumenten. Zu den markanten Stücken zählen der Excel-O-Graph (Chronograph mit Rechenschieber-Lünette), Yachting-Varianten (Regatta-Countdown) sowie technische Ausführungen für Profis.

Niedergang und Schließung (1970er–1985)

Internationale Konkurrenz, Währungseffekte und der Aufstieg der Quarztechnik schwächten das Unternehmen. Die Produktion endete Anfang der 1980er-Jahre; der Standort Saint-Imier wurde geschlossen, die Firma Mitte des Jahrzehnts liquidiert.

Vermächtnis und Wiederbelebung

Als Synonym für Präzision und Sport-Zähler lebt Excelsior Park in der Sammlerwelt durch seine Säulenradwerke, kompromisslose Ablesbarkeit und technische Zifferblätter weiter. Der Name kehrte Anfang der 2020er mit zeitgenössischen, von den Archiven inspirierten Chronographen zurück.


Quellen (Auswahl)

  • Grail Watch — „Excelsior Park: Usine du Parc, Saint-Imier“ (Detailgeschichte, Fabrikfotos, Anzeigen, Chronologie).
  • Grail Watch — „The Great Watchmaking Factories of Saint-Imier“ (industrieller Kontext, Verweise zur Usine du Parc).
  • Excelsior Park (offizielle Website) — „Our history / Notre histoire“ (Meilensteine, 1866–1980er, Wiederbelebung 2020er).
  • Grail Watch Reference — Werkefamilien & Kaliber: JB4 / EP 4, JB40 / EP 40 (Werkblätter).
  • Watch-Wiki — „Excelsior Park“ und „Jeanneret“ (Firmennamen, Leitung, lokaler Begriff „Usine du Parc“).
  • DIJU — Jurassische Chronologie: Excelsior Park, Saint-Imier (1866–1984).
  • Chronologie jurassienne — Saint-Imier / Industrie: Pressemeldungen (Schließung 06.04.1983, Hundertjahrfeier 1966).
  • Fratello & weitere Fachquellen — markante EP-4-Stücke, Excel-O-Graph (Sammler-Kontext).
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