Die Geschichte beginnt 1858 in Villeret im Berner Jura mit der Gründung von H. & C. Robert durch die Brüder Charles-Yvan und Hyppolite Robert. Anfangs arbeitete die Firma als Établisseur, der Uhren aus zugelieferten Komponenten montierte. 1878 übernahm die nächste Generation — Charles, Georges und Yvan Robert. Die Firma wurde in Robert Frères Villeret (RFV) umbenannt und führte das Pfeillogo ein.
Zur Abdeckung verschiedener Märkte registrierte RFV mehrere Marken: Mercure (1886), Minerva (1887), später Ariana, Arval, Herta, Majex, Tropic (1898–1908). Ab 1895 fertigte RFV eigene Werke und Gehäuse und stärkte damit seine Unabhängigkeit.
1902 markierten neue Fabrikgebäude einen Wendepunkt. Frühe eigene Kaliber waren u. a. das 18-1 (Zylindergang) und das 19-3 (Ankerhemmung). 1908 stellte Minerva seinen ersten bedeutenden Taschenuhr-Chronographen vor, das 19-09 CH. Bereits 1916 bot die Manufaktur einen Chronographen an, der auf 1/100 Sekunde messen konnte, entwickelt für Motorsport und sportliche Wettkämpfe. 1923 wurde die Firma in Fabrique d’Horlogerie Minerva, Robert Frères SA umbenannt, und 1929 in Minerva SA, Villeret.
1934 übernahmen Charles Haussener und Jacques Pelot die Leitung. Die Firma spezialisierte sich auf Säulenrad-Chronographen, darunter 13-20 CH und 13-21, bekannt für Robustheit und Präzision. Diese Kaliber wurden zu Referenzwerken und sind bei Sammlern bis heute begehrt.
In den 1960er–70er Jahren produzierte Minerva weiterhin traditionelle Chronographen, während viele Wettbewerber auf Quarz umstiegen. Diese Treue zur mechanischen Uhrmacherei sicherte das Überleben der Marke, wenn auch mit kleineren Stückzahlen. Die Familie Frey leitete die Firma bis 1989.
2000 wurde die Marke von einem italienischen Investor wiederbelebt, 2006 ging sie an die Richemont-Gruppe. Seit 2007 ist Minerva als Institut Minerva de Recherche en Haute Horlogerie Teil von Montblanc in Villeret. Säulenrad-Chronographen, Handfinissierung und Werkstattgeist leben in der Villeret 1858-Linie und anderen Haute-Horlogerie-Uhren weiter.
Von RFV zu Minerva bis in die Montblanc-Ära zeigt sich die Kontinuität des Savoir-faire in legendären Kalibern: 19-09 CH, 13-20 CH, 13-21. Ihre Präzision, Architektur und Veredelung machen sie zu Meilensteinen für Liebhaber und Sammler.
Hinweis: Die Marken (Ariana, Arval, Herta, Majex, Mercure, Tropic) wurden von RFV/Minerva Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt, um verschiedene Märkte und Segmente abzudecken.