Die Geschichte von Pierce beginnt 1883 in Biel, als Léon Lévy und seine Brüder die Werkstatt Léon Lévy Frères gründeten. Das Unternehmen wuchs rasch und expandierte nach Moutier, wo Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Manufaktur entstand. Von Anfang an verfolgte das Haus technische Unabhängigkeit durch die Entwicklung eigener Werke.
Anfang der 1930er Jahre wurde der Handelsname Pierce eingeführt und der Export ausgeweitet. Das Unternehmen investierte in die Entwicklung eines vollständig hauseigenen Chronographenwerks, entgegen dem Trend, externe Ébauches zu verwenden.
1935 stellte Pierce das Kaliber 130 vor, einen robusten, erschwinglichen Chronographen mit vertikaler Kupplung — eine damals seltene Architektur in Armbanduhren. 1936 folgte der Chronomatic, der dieses Werk populär machte und Pierce weltweit bekannt machte.
1938 wurde die Firma offiziell zur Manufacture des Montres & Chronographes Pierce S.A.. Sie fertigte Ein- und Zwei-Drücker-Chronographen, Fliegeruhren und Instrumente für Auto und Luftfahrt. Kennzeichnend war die einfache, effiziente und zuverlässige Mechanik, gedacht für die Großserie.
Die Nachkriegsjahre bestätigten die Erfindungskraft der Marke: 1955 die Correctomatic zur vereinfachten Datumskorrektur; 1956 die Duofon mit mechanischem Wecker und zwei Lautstärken, angezeigt auf dem Zifferblatt; 1960 die Intercosmos mit Tages-/Datumsanzeige und technischem Design.
Ab den 1960er Jahren geriet Pierce wie viele Schweizer Hersteller unter Druck. Die Manufaktur in Moutier wurde geschlossen, doch das Erbe bleibt: ein hauseigener Chronograph mit vertikaler Kupplung, bekannt für Funktionalität und Preis, sowie praktische Innovationen wie Correctomatic und Duofon. Im 21. Jahrhundert erlebte die Marke Revival-Kollektionen, inspiriert von ihren Archiven.