Diese Reiseuhr, hergestellt in Paris im Jahr 1876 von Lefrand, veranschaulicht die Exzellenz der großen französischen Uhrenkomplikationen des 19. Jahrhunderts.
Mit ihrem reich verzierten, fein ziselierten und vergoldeten Gehäuse im neoklassizistischen Stil vereint dieses Stück mit Eleganz Grande Sonnerie, Minutenrepetition und ewigen Kalender – eine Kombination von Komplikationen, die bei einer Reiseuhr äußerst selten ist.
Diese komplizierte Reiseuhr, signiert Lefrand in Paris 1876, ist ein wahres Meisterwerk der Uhrmacherkunst des 19. Jahrhunderts. Ihre Restaurierung erforderte mehrere Wochen Arbeit – eine Mischung aus Geduld, Können und Leidenschaft.
Alles begann mit der vollständigen Demontage des Gehäuses. Jede Komponente – Säulen, Profile, Ornamente und Henkel – wurde sorgfältig zerlegt, gereinigt, leicht poliert und anschließend mit Zaponlack geschützt, um den Glanz des vergoldeten Messings zu bewahren und dauerhaft vor Oxidation zu schützen. Allein dieser Arbeitsschritt erforderte viele Stunden präziser Handarbeit, bei der jedes dekorative Detail wieder zur Geltung kam.
Anschließend folgte das Uhrwerk, von großer Komplexität mit seinen zahlreichen Komplikationen: Grande Sonnerie, Minutenrepetition, ewiger Kalender mit Mondphasen und Wecker. Jedes Rad, jeder Hebel, jede Feder und jeder Sperrkegel wurde zerlegt, gereinigt und geprüft. Einige Teile, vom Zahn der Zeit gezeichnet, mussten nachbearbeitet oder restauriert werden: Rost wurde entfernt, Abnutzungen korrigiert, Zapfen nachgearbeitet.
Die Montage war ein besonders heikler Moment, der äußerste Präzision erforderte, um die perfekte Synchronisation der drei getrennten Werke (Gehwerk, Schlagwerk und Repetition) wiederherzustellen. Nach zahlreichen Justierungen erhielt die Uhr nicht nur ihren visuellen Glanz zurück, sondern auch den vollen Klangreichtum ihres Schlagwerks und die Genauigkeit ihres ewigen Kalenders.
Einem solchen Stück neues Leben einzuhauchen, bedeutet, sich erneut mit der Genialität und Eleganz der Pariser Uhrmacher des 19. Jahrhunderts zu verbinden. Jeder Schritt der Restaurierung ist eine Hommage an dieses außergewöhnliche Können, das diese Reiseuhr auch zukünftigen Generationen bezeugen wird.
Von Paris im Jahr 1876 bis in die Vereinigten Staaten von heute hat diese Lefrand-Reiseuhr bereits viele Reisen hinter sich. Ihr Aufenthalt in der Clinique Horlogère schenkte ihr ein neues Leben, bevor sie zu ihrem amerikanischen Besitzer zurückkehrte – ein schönes Beispiel dafür, dass die alte Uhrmacherkunst keine Grenzen kennt.